HGV Steinfeld-Hausen-Waldzell

Flurdenkmäler von Steinfeld: Bildstöcke, Steinkreuze, Freifiguren

1. Bildstock 1692, "Würzburger Bild" genannt.

Dieser Bildstock an der Würzburger Straße steht etwa einen Kilometer nach Ortsende links an der Straße nach Stadelhofen. Er gab der dortigen Flurabteilung "Würzburger Bild" den Namen.

Er ist aus Sandstein, besitzt eine kubische Ädikula, die mit drei ungleichen Kreuzen bekrönt ist und drei Nischen besitzt. Die Hinterseite ist mit einem Kleeblattkreuz versehen.

Der Sockel ist mit reliefartigen Verzierungen, die quadratische Basis mit Elefantenfüßen versehen. Das korinthische Kapitell enthält Blumen- und Rautenmuster.

Inschriften befinden sich am Nischenbogen ("GOTT ZU EHRN"), am Nischenfuß steht der Name des Stifters "BASDIA HA/NDEL 1692". Sebastian Handel war ein Bauer, der 1691 heiratete und 1741 starb. Auf Karte anzeigen

2. Bildstock 1688, Bildstock des "kleinen Hansjürg"

Dieser Sandsteinbildstock steht am Karlstadter Weg, 500 m vom östlichen Dorfrand entfernt.

Er hat eine reich verzierte Ädikula mit einer Nische vorne und einem abgefasten Pfeiler. Vorne an der Ädikula steht "HS // 1688, hinten die Buchstaben "HS / I // AH /AB".

Laut Dittrich handelt es sich um den Bauern Johann Georg (Hans Jörg) Seufert, der 1661 als Sohn des Schultheißen Andreas Seufert in der Heiratsmatrikel "der kleine Hansjürg" genannt wird. Auf Karte anzeigen

3. Bildstock M W in den Krautgärten

Am westlichen Ortsausgang in einem Garten in den Krautgärten steht dieser Bildstock, den Bartels in die Zeit um 1700 datiert. Er ist aus Rotsandstein, mit Säule und einer Ädikula mit Nische an der Vorderseite, die eine Relieffigur beinhaltet.

In der Flachnische der Rückseite der Ädikula sind Werkzeuge eines Handwerkers angebracht: Zange, Hammer, Bohrer und Vorschlaghammer. Bartels deutet sie als Gerätschaften eines Wagners oder Schmiedes. Bekrönt ist der Bildstock mit einem einfachen Eisenkreuz.

Vorne an der Ädikula stehen die Buchstaben " M W". Nach Dittrich könnten die Initialen nachträglich angebracht worden sein und auf Michael Weidner verweisen, der 1775 erstochen wurde. Für Bartels könnten Handwerkszeichen und Initialen sich auf die Familie des Maurermeisters Jakob Welpe beziehen, der 1714 und 1715 am Pfarrhof arbeitete. Auf Karte anzeigen

4. Bildstock 1699, "Rohrbacher Bild"

Auf dem Hühnerberg am östlichen Dorfrand steht dieser Bildstock aus Rotsandstein, der wegen seines Standortes am alten Rohrbacher Weg auch Rohrbacher Bild genannt wird. Nach Bartels ist es ein typischer Bildstock der "Steinfelder Schule" mit einer kompakten Ädikula mit ausgeprägtem Seitenteil, bekrönt mit einem Kreuz aus einem Sandsteinblock.

In der Nische steht ?? Der Bildstock enthält mehrere Inschriften: am Nischenbogen "IESUS MARIA", an den Nischenseiten "AN/NO //16/99", am Fuß der Ädikula "HANS JÜRG / SCHEINER". Laut Dittrich könnte es sich bei dem Stifter um Hans Jörg Scheiner handeln, der bis 1693 Schultheiß war.

In die Nische ließ der Obst- und Gartenbauverein eine Figur der heiligen Gertraud anbringen. Durch die Pfarrei Steinfeld führte der alte "Gertraudenpfad" von Karlburg über die fränkische Platte nach Neustadt am Main. Auf diesem Pfad ist nach der frommen Legende die fränkische Heilige Gertraud, erste Äbtissin des von ihr gegründeten Benediktinerinnenklosters Karlburg oft zum Benediktinerkloster Neustadt gewandert. Steinfeld war ehemals im Besitz des Klosters Neustadt und somit historisch mit der Gertraudenpfarrei Neustadt verbunden. Auf Karte anzeigen

5. Bildstock in der Bösen Wiese

Dieser Bildstock, der nach Dittrich aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt, stand ursprünglich an der Kreuzung des Rohrbacher und Wiesenfelder Weges vor dem Anwesen Badersbach. Nachdem er wegen eines neuen Gebäudes abgebaut worden war, lag er jahrelang im Bauhof, ehe es der örtliche Obst- und Gartenbauverein wieder herrichten und in der Flurabteilung "Böse Wiese" aufstellen ließ. Auf Karte anzeigen

6. Bildstock aus dem 20. Jahrhundert an der Straße nach Hausen

Links an der Straße nach Hausen gegenüber der Fabrik Kreutz steht dieser Bildstock mit Sandsteinpfeiler und hölzerner Ädikula, die mit einem Blechdach versehen ist. Oben am Pfeiler steht die Inschrift "Schmerzhafte / Mutter bitt/ für uns".

In der Nische befindet sich eine Pieta-Gipsfigur. Nach T. Dittrich ließ Familie Schebler diesen Bildstock errichten. Da das profilierte Podest den Nätscher-Bildstöcken in Sendelbach ähnelt, könnte nach Bartels Georg Nätscher aus Sendelbach der Steinmetz gewesen sein. Auf Karte anzeigen

7. Bildhäuschen am Weißbildberg

Oberhalb der Tannli auf dem Johannisberg steht dieses Bildhäuschen, das der dortigen Straße den Namen "Am Weißbildberg" gab und alljährlich bei der Flurprozession als Prozessionsaltar dient. Es besteht aus einem gemauerten Sockel und einem Satteldach. In der Nische steht ein Bild, das am Fuß die Inschrift " Gnadenbild von Dettelbach" trägt.

Früher befand sich auf der Rückseite des Häuschens eine Sandsteinplatte mit einer reliefartigen Darstellung der Auferstehung Christi. Diese wurde im Zuge der Renovierung des Bildhäuschens entfernt und in der Leichenhalle auf dem Friedhof angebracht. Auf Karte anzeigen

8. Ädikula 1626 in der Frankenstraße

Vom ältesten Steinfelder Bildstock existiert heute nur noch die Ädikula. Sie ist in der Hofmauer des Anwesens von Lore Lang in der Frankenstraße eingemauert und hat die Form eines breiten Spitzbogens. In der flachen Nische befindet sich ein Relief einer Madonna mit Kind. Am Fuß der Ädikula steht "ANNO 1626". Auf Karte anzeigen

9a. Feldkreuz 1854 am Eckersberg

In der Steinfelder Flur befinden sich vier Feldkreuze aus rotem Sandstein, die der Steinfelder Landwirt Josef Nätscher aufstellen ließ und deshalb Nätscherkreuze genannt werden. Sie sind über fünf Meter hoch und tragen folgende Inschriften: Am Kopf "IN / RI", am Sockel "Errichtet / 18.. zur Ehre Gottes / von / Josef Nätscher".

Das Kreuz aus dem Jahr 1854 stand ursprünglich rechts von der Straße nach Rohrbach, wurde aber im Zuge der Renovierung durch den Steinfelder Obst- und Gartenbauverein auf der anderen Seite der Straße aufgestellt. Auf Karte anzeigen

9b. Feldkreuz 1872 am alten Karlstadter Weg

In der Flur am Karlstadter Weg steht dieses Feldkreuz. Auf Karte anzeigen

9c. Feldkreuz 1875 an der Urspringer Straße

Etwa 800 Meter nach dem südlichen Ortsausgang rechts an der Straße nach Urspringen an einer Weggabelung stand dieses Feldkreuz (linkes Bild). Es wurde im Frühjahr 2010 beim Rangieren eines Lastwagens stark beschädigt und wurde auf der anderen Straßenseite neu aufgerichtet (rechtes Bild). Auf Karte anzeigen

9d. Feldkreuz 1883 am Rothenfelser Heiligen

Etwa ein Kilometer westlich des Dorfes in der Nähe des Radweges nach Waldzell steht das jüngste der Nätscherkreuze. An dieser Stelle soll früher ein Bildstock gestanden haben. Noch heute trägt diese Flurabteilung daher den Namen "Am Rothenfelser Heiligen". Auf Karte anzeigen

10. Feldkreuz 1867 - "Väthskreuz"

In der Wohnsiedlung zwischen Würzburger Straße und Fichtenweg steht ein etwa vier Meter hohes Feldkreuz aus dem Jahr 1867, das Väthskreuz genannt wird, weil die Familie Väth früher in Besitz des Nachbargrundstückes war. Es dient als Altar bei der Flurprozession an Christi Himmelfahrt.

Der weiße Korpus wurde in den 1980er Jahren restauriert. Für T. Dittrich war er "von abstoßender Hässlichkeit, ...selbst für die Zeit seiner Entstehung geradezu verblüffend unzulänglich".

Auf welche Personen die Initialen am Sockel "Ch. Sch. / J. H. 7 1867" hindeuten, ist nicht bekannt. Auf Karte anzeigen

11. Steinkreuz 1747 an der Waldzeller Straße

Am westlichen Dorfausgang auf der linken Straßenseite nach Waldzell steht dieses 120 cm hohe Sandsteinkreuz, das am Schaft die Jahreszahl "1747" trägt. Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren durch den Obst- und Gartenbauverein wurde der linke Arm wieder angefügt und in der flachen Nische eine kleine Platte mit folgendem Text eingefügt: "Auf dem Weg zu /Anfang und Ende".

Laut Bartels sei hier nach einer Dorfsage ein Reiter tödlich verletzt worden. Auf Karte anzeigen

12. Statue 1747 Nepomuk

Am Weg zum Friedhof zwischen Schul- und Kastanienstraße steht die Nepomuk-Statue aus rotem Sandstein. Sie wurde 2005 restauriert und mit einem neuen Blechdach versehen. Sie dient als Altar bei Flur- und Fronleichnamsprozessionen.

Der Heilige trägt eine Chorherrentracht und hält in der linken Armbeuge ein Kruzifix. Die Inschrift am Sockel verweist auf die Stifter: "diesen heiligen had / machen lassen johannes / Adem Mey und sein Haus / frau elisapethta / meyn / haben gott zu ehren / zu einem sudzpaderon / zu waser und zu land 7 Anno 1746". Am Zwischensockel steht: "O HEILIGER IOHANNES / OND BADERAN WIRUFEN / DICH ON...".

Johannes Adam Mey war von 1758 bis 1774 Schulheiß in Steinfeld und Besitzer des Gasthauses zum Roß, das sich genau gegenüber dem ursprünglichen Standort der Statue unterhalb des Kastanienbaumes an Kreuzung Rathaus- und Würzburger Straße befand. Bartels zitiert T. Dittrich. Dieser sah in der Statue "das Glanzstück Steinfelder Steinplastik..., sicher aus einer Meisterwerkstätte, es wäre möglich, dass sie aus Würzburg kommt und von Auvera beeinflusst ist".

T. Dittrich glaubte, dass der heilige Johannes Nepomuk in Steinfeld im 18. Jahrhundert eine besonders verehrt wurde, da in der Kirche auch ein barockes Altargemälde und eine Holzfigur im Seitenaltar existieren. Auf Karte anzeigen

13. Wegkreuz 1983

Dieses Kreuz wurde aus Anlass des Heiligen Jahres 1983 errichtet. Auf Karte anzeigen

Steinkreuz: "Marterkreuz"

Dieses Steinkreuz, im Volksmund Marterkreuz genannt, gab der Waldabteilung den Namen. Es ist ein altes, behauenes Sandsteinkreuz, dessen rechter Arm abgebrochen und 63 cm hoch ist. Am linken Arm kann man die Initialen "c T M" erkennen.

Bartels verweist auf verschiedene Deutungen der Darstellungen auf der Vorderseite: Manche sehen in Armhöhe eine Zange bzw. Schere, darunter im Schaft einen Hammer. Andere sehen in den Zeichen die Marterwerkzeuge Christi. Auf Karte anzeigen

Dieser Bildstock steht oberhalb des Schotterwerks Väth an einer Weggabelung. Er hat die Inschrift "Segen spendet der Herr und unsere Erde gibt ihre Frucht". Auf Karte anzeigen

Erstellt von Martin Loschert, ergänzt von Manuel Reimer