HGV Steinfeld-Hausen-Waldzell

Kapellen, Kirchen, Kloster

Steinfelder Kirche


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Hausener Kirche


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Waldzeller Kirche


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Valentinuskapelle "Rohrbacher Kirchle"

Die Kreuzkapelle wurde 1712 erbaut. Was aus einem Bericht des Dechantpfarrers Johannes Mathäus Gros in Zellingen an den Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim von 16. Februar 1769 hervorgeht.
In einer ausführlichen Beschreibung gibt Pfarrer Brand von 1823 bis 1840 einen Bericht:
Bezüglich des Türmchens auf der Kapelle meldet er. Es ist in demselben kein Glöckchen mehr, da dieses ungefähr vor 12 Jahren in einer stürmischen Winternacht gestohlen wurde. Auch fromme Sagen und Meinungen werden über den Gnaden und Zufluchtsort erzählt:
So geht unter den Bewohnern von Rohrbach der fromme Glaube, daß ein Gewitter, das von der Kreuzkapelle herzieht, dem Dorf und der Flur nicht schadet, was auch die Erfahrung bestätigt.

Im Januar 1989 lies die Reservistenkameradschaft Hausen e.V. auf Initiative des Bundeswehrpfarrers Theo Sell ein neues Glöckchen gießen, selbes im Juli 1989 von den Pfarrern Helfrich und Sell geweiht und danach in das Türmchen der Kapelle gehängt wurde. Auf Karte anzeigen

Gertraudenkapelle

Fürstbischof Julius Echter ließ 1616 eine Kapelle auf der Quelle errichten, die der Legende zufolge unvermittelt entsprang, als sich die heilige Gertrud bei einer Wanderung zwischen Kloster Karlburg und Kloster Neustadt hier zur Rast setzte. Das Brünnlein wurde gefaßt,sein Wasser erfrischt heute die Wandersleut. Auf Karte anzeigen

Maria Buchen

Erster Bildstock an Kreuzung Lohrer Straße (St 2437) Richtung Parkplatz Mariabuchen.
Zweiter Bildstock an der Einmündung in den Wald Richtung Mariabuchen.
Zur Pfarrei Steinfeld gehört der Muttergottes-Wallfahrtsort Maria Buchen. Nach der Legende stand auf dem Platze der heutigen Kirche eine Buche, an der kein Jude vorübergehen konnte. Als es wieder einmal ein Jude vergebens versuchte, wurde er zornig, zog einen Dolch und stach in die Buche. Aus dem Baum erklang Wehklagen. Erschrocken zog der Jude seinen Dolch aus der Buche und sah voller Bestürzung, daß die Spitze des Messers blutig war. Der Jude konnte weder vorwärts-noch rückwärtsgehen, sondern mußte auf seinem Platze stehen bleiben, bis die Christen kamen, denen er sein Erlebnis erzählte. Daraufhin wurde die Buche gefällt. Im Innern des Baumes fand man das heutige Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes. Die Stichverletzung auf der Rückseite ist noch heute zu sehen. Nach dem Glauben der Leute nimmt diese Stelle keine Farbe an. Das Blutwunder wird in das Jahr 1397 verlegt.
Am 25. August 1434 stellte Fürstbischof Johann II. von Brunn einen Ablaßbrief für Maria Buchen aus. 1461 wurde die Kapelle vollendet.
1613 bis 1617 ließ Fürstbischoff Julius Echter die Kapelle vollständig umbauen. Dabei bekam die neue Kirche einen Chor und eine neue Inneneinrichtung.
Am 16. Oktober 1618 weihte Weihbischof Eucharius Sang die Kirche. Zur Erinnerung an die Weihe der Kirche hält noch heute der Pfarrer von Steinfeld am St. Gallustag (16 Okt.) einen feierlichen Gottesdienst. Baumeister waren Hans Schreiner und Kaspar Riedmann von Steinfeld.
Die heutige Wallfahrtskirche wurde 1692 bis 1701 unter Fürstbischof Johann Gottfried II. von Guttenberg erbaut. Am 29 Mai 1701 wurde die Kirche geweiht.
1706 erhielt Maria Buchen einen neuen Seitenaltar.
1726 gestattete Fürstbischof Christoph Franz von Hutten die Errichtung eines Kapuzienerhospizes in Maria Buchen. Noch 1726 kamen aus dem Kloster Karlstadt vier Kapuziner nach Maria Buchen und begannen damit, die ihnen überlassenen Häuser für ihre Zwecke einzurichten. Das geschah unter großen Schwierigkeiten und Opfern. Die Arbeiten leitete der im Bauwesen erfahrene Bruder Egidius.
1741 bis 1745 wurde dann der heutige Klosterbau ausgeführt.
In späterer Zeit waren gewöhnlich 9 Patres und 3 Laienbrüder in Maria Buchen. 1803 wurde Maria Buchen nicht ausdrücklich aufgehoben, aber zum Aussterben verurteilt. Es gehörte ab 1803 mit dem Amt Rothenfels zum Gebiet des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Gleich 1803 wurde verfügt, daß der Guardian ohne landesherrliche Erlaubnis keinen Priester und keinen Laien in die Kommunität aufnehmen dürfe. Von 1806 bis 1819 unterstand Maria Buchen als Bestandteil des Amtes Steinfeld dem Großherzog von Baden, kirchlich war es dem Generalvikariat Bruchsal zugeteilt. Obwohl 1804 und 1805 je ein Pater verstorben war, wurde 1806 die Bitte um Zulassung eines Paters abgeschlagen. Man sagte, der Kapuzinerorden werde bald von selbst eingehen und da könne man nicht einen weiteren Kapuziner aufnehmen, zumal die Einkünfte des Klosters nachgelassen hätten. Mit Pater Leo Metzger starb am 9. April 1825 der letzte Ordenspriester. Fast wäre in den fogenden Jahren die Kirche abgebrochen worden. Die badische Regierung hatte schon 1809 angeordnet, alle Nebenkirchen abzubrechen. Da Maria Buchen keine Pfarrkirche war, rechnete man es unter die Nebenkirchen. Die Gefahr konnte abgewehrt werden. 20 Jahre später kam man noch einmal auf den Gedanken, die Kirche abzubrechen. Man wollte sie in Sendelbach wieder aufbauen. Hätte sich das Hutten'sche Patrimonialgericht in Steinbach nicht mit aller Schärfe gegen einen derartigen Plan ausgesprochen, wäre die Kirche wohl verschwunden. Weder die Regierung noch Generalvikar Adam Josef Onymus in Würzburg hätten Bedenken gehabt, die Kirche einzureißen.
Die Wallfahrt betreute seit dem Tode des letzten Kapuzienerpriesters im Jahre 1825 die Pfarrei Pflochsbach, der man für die Mehrarbeit einen Kaplan zuteilte. Bis dahin war Maria Buchen immer unbestritten unter dem Pfarrer von Steinfeld gestanden. 1849 durften endlich wieder Kapuziner die Wallfahrt übernehmen, freudig begrüßt von Bruder Rupert Schaar, dem letzten Überlebenden des alten Konvents vor 1803. 1908 kam dann Maria Buchen wieder zur Pfarrei Steinfeld, zu der es heute noch gehört.
Eine große Anzahl von Gemeinden wallte in früherer Zeit alljährlich nach Maria Buchen, manche von ihnen zu Schiff bis nach Steinbach und von da durch das Buchental zur Wallfahrtskirche. Von den noch bestehenden Wallfahrten ist die "Fuldaer Wallfahrt" die größte (bis 2000 Teilnehmer).
(Aus der Geschichte des Landkreises Lohr von Pfarrer Josef Schott) Auf Karte anzeigen